ÜBER 60 UND VON EINER ANPASSUNG BETROFFEN?

Wer bereits 60 Jahre oder älter ist, muss von seinem Krankenversicherer über preiswertere Tarife informiert werden.

Dabei sind verschiedene Vorschriften zu beachten, weil der Gesetzgeber das so will. Das Ganze dient Ihrem Schutz… und ist den Krankenversicherern sozusagen ein Dorn im Auge.

Warum? Ganz einfach… die Vorschriften des Gesetzgebers sind lästig und Ihr Krankenversicherer versucht nun das Ganze durch unvollständige Darstellung zum eigenen Vorteil auszugestalten.

Das muss dargestellt werden

Die Informationspflichtenverordnung (§ 6 Abs. 2 VVG-InfoV) ist hier ganz eindeutig. Betroffene PKV-Kunden sind in den Augen des Gesetzgebers besonders schützenswert. Daher müssen folgende Informationen zur Verfügung gestellt werden:

  • Neuzugangsstärkster Tarif
    Es muss der erfolgreichste Tarif im abgelaufenen Geschäftsjahr des Versicherers genannt werden, der den höchsten Neuzugang zu verzeichnen hat, gemessen an der Anzahl der Versicherten.
  • Andere preiswertere Tarife
    Ihr Versicherer muss Ihnen konkrete Angebote machen, die es Ihnen ermöglichen Ihren Beitrag zu senken. Dabei kommt es nur auf das Kriterium preiswerter an, nicht unbedingt auf den Versicherungsumfang – daher ist hier immer auch Beratung notwendig.
    Der Gesetzgeber begrenzt die Anzahl auf maximal 10 alternative Tarifangebote.
  • Standardtarif und Basistarif
    Dabei handelt es sich um die beiden Sozialtarife der PKV. Sie haben beide eine Beitragslimitierung und daher könnten sie in der Zukunft noch sehr interessant werden. Vor allem der Standardtarif, denn hier haben nicht alle PKV-Kunden eine Zugangsberechtigung.
    Sollte in Ihrer Anpassungsmitteilung der Standardtarif genannt sein, dann gehören Sie zu einem erlesenen Kreis, weil im Gegensatz zum Basistarif der Standardtarif von Haus aus viel preiswerter ist.

Das macht die PKV daraus

Im weitesten Sinne geht es hier um einen möglichen Wechsel in einen preiswerteren Tarif und die Krankenversicherer fürchten die damit verbundene Beitragssenkung. Wenn man also weiß, dass die PKV nicht an sinkenden Beitragseinnahmen interessiert sind und der Gesetzgeber den Versicherern enge Maschen gestrickt hat, in denen sie sich bewegen können, um dem Ganzen nachzukommen.

Nicht weiter überraschend, dass die Protagonisten sich die Regeln zurechtbeugen, damit sie einigermaßen glimpflich aus der Nummer herauskommen… und natürlich zu Nachteil der betroffenen PKV-Kunden, also wohl auch Ihnen.